18 Mai 2007

Letzte Etappe

Wickedi. Ich war also nochmal in Frankfurt, Inga besuchen, und dann in Bremen, Familie besuchen und Inga betreuen. Ihr wurden nämlich zwei Weisheitszähne gezogen. Leckeres Essen. Besonderes: Meine Eltern, meine Schwester, ihr Freund und ich sind mit dem Rad nach Fischerhude ins Rilke Café gefahren. 50 km Strecke. Mein Rad war nicht das beste und mein Allerwertester deshalb wund gescheuert... Ansonsten war ich genau in dieser Woche krank. Gutes Timing. Naja, und Werder ist leider nicht Meister geworden, aber das habt ihr ja selber schon verdrängt.

Was bleibt? Es war ein Innehalten und Ausruhen vor dem letzten Sturm, den letzten vier Arbeitswochen in Dänemark. Vier Wochen - das klingt schon nicht nach viel und wenn ich dann noch überlege, dass ich tatsächlich nur noch 12 Arbeits-Tage habe... Und danach habe ich unglaubliche vier (!) Monate frei.

Ich war diese Woche auch beim Infotag in der Uni Bremen und hab mich endgültig für den Studiengang Psychologie entschieden. In der Wartezeit möchte ich mit dem Führerschein anfangen. Freunde und Famlie treffen. Mit ein wenig Glück läuft dann auch mein Tonstudio Projekt an. Vier Monate frei, was beudetet das? Freie Zeit, die ist bei mir immer mit der Erwartung und Hoffnung verknüpft, ein wenig Musik zu schreiben und einiges zu lesen. Ein wenig zu reifen. Ein wenig zur... Besinnung finden.

An all das denke ich momentan hauptsächlich. Vielleicht weil ich gerade noch in Bremen bin. Aber eigentlich warten jetzt erstmal vier Wochen auf mich, in denen ich die richtige innere und äußere Haltung für einen gelungenen Abschied finden muss. In "Nachtzug nach Lissabon" heißt es, dass man sich beim Abschied über die Beziehung der Abschiednehmenden klar werden soll. Was heißt das bei mir? Wie kann ich mich treffend verabschieden? Ein gelungener Abschied... geht ihm eine Art Vollkommenheit voraus, die immer auch Abschluss und Stillstand bedeutet und die deshalb den Abschied zwingend oder zumindest passend macht? Wenn ja, was müsste in den nächsten vier Wochen geschehen, damit es ein gelungener Abschied wird?

Ich spüre, ich muss es abrunden. Doch was heißt das, "abrunden"? Den Draht zu einem Kreis biegen? Die Kanten des Holzes abschleifen? (Sodass das Gefährliche und Grobe entfernt wird?)
Das passende Dessert zum Drei-Gänge-Menü finden? Im letzten Spiel noch ein Tor schießen? Verpasstes nachholen? Verpatztes besser machen? Verwünschtes vergessen? Bedeutendes wiederholen? Lieber ein Wort oder tausende?

Ich muss hier endlich komplett ankommen, um abschließen zu können. Ankommen, um Abschied zu nehmen und fortzugehen.

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